Harmonik

Raum und Zeit – das Monochord im Lambdoma

Eine Saite, ein verschiebbarer Steg. Am Monochord wird hörbar, dass Tonhöhe und Saitenlänge umgekehrt zusammenhängen, wie Frequenz und Wellenlänge.

Das Monochord ist das Grundinstrument der pythagoreischen Musiklehre: eine einzelne Saite über einem Resonanzkasten, mit einem verschiebbaren Steg. Teilt der Steg die Saite in der Mitte, klingt jede Hälfte eine Oktave höher als die ganze Saite. Bei zwei Dritteln erklingt die Quinte, bei drei Vierteln die Quarte.

Die Knöpfe setzen den Steg auf die klassischen Teilungen und spielen erst die ganze Saite, dann den verkürzten Teil. Der Regler erlaubt jede Stellung.

Länge und Frequenz

Am Monochord lässt sich ein physikalisches Gesetz unmittelbar hören: Halbiert man die Länge, verdoppelt sich die Frequenz. Saitenlänge und Tonhöhe verhalten sich umgekehrt proportional, genau wie Wellenlänge und Frequenz jeder Schwingung.

Im Lambdoma entspricht das den beiden Achsen. Die eine zählt Vielfache (Obertöne, höhere Frequenzen), die andere Teile (Untertöne, längere Saiten). Jedes Feld verbindet beide.

Diese Wechselbeziehung ist mehr als Akustik. Die Wellenlänge ist eine Größe des Raumes, die Frequenz eine Größe der Zeit. Wenn im Lambdoma die Musik notgedrungen auf dieses Gesetz stößt, dann lassen sich an ihm auch Überlegungen über das Verhältnis von Raum und Zeit anstellen. Und es gibt gute Gründe, diese Überlegungen zu einer Vierheit zu ergänzen: der Tetraktys von Energie, Raum, Zeit und Materie (siehe Alles ist Zahl – alles ist Frequenz).

Wer tiefer einsteigen will, findet ausführliche, meist englischsprachige Literatur zu Monochord, Lambdoma, Harmonik und Kymatik, der Lehre von sichtbar gemachten Schwingungsmustern.